Manfred Börgens
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Lorentz

Guinea-Bissau 2009   Michel 4236   Scott 2948


Mathematiker, die einen Nobelpreis gewonnen haben

Bekanntermaßen gibt es keinen Nobelpreis für Mathematik  -  statt dessen werden der Abel-Preis, die Fields-Medaille und andere Auszeichnungen verliehen. Aber zahlreiche Mathematiker haben einen Nobelpreis erhalten. Alle Preise außer dem Friedensnobelpreis gingen bereits an Mathematiker, also für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft. In einer losen Reihe sollen diese Preisträger hier von Zeit zu Zeit vorgestellt werden.

Naturgemäß haben die Mathematiker, die einen Nobelpreis verliehen bekamen, weitere Meriten in einem anderen Gebiet erworben. Oft handelt es sich um Wissenschaftler, die sich nach ihrem Mathematikstudium einem naturwissenschaftlichen Anwendungsgebiet zugewandt haben. Am häufigsten findet man jedoch Mathematiker unter den Preisträgern des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften.

In diese Reihe sollen auch Wissenschaftler aufgenommen werden, die aus anderen Disziplinen stammen, aber wichtige Beiträge für die Mathematik geliefert haben.

Die Reihe ist dadurch limitiert, dass es nicht von allen Nobelpreisträgern Briefmarken gibt. Aber erfreulicherweise kommen immer noch neue hinzu.
  Nobel
  Deutschland 1995   Michel 1828   Scott 1911
        →   Folge 1   Russell   (Literatur)
        →   Folge 2   Bardeen   (Physik)
        →   Folge 3   Tinbergen   (Wirtschaft)
        →   Folge 4   Cormack   (Medizin)



Folge 5    Hendrik Antoon Lorentz
           (1853 - 1928, Nobelpreis für Physik 1902)


Hendrik Lorentz war ein niederländischer theoretischer Physiker. Es gibt mehrere Gründe, ihn in diese Reihe aufzunehmen:


Hendrik Lorentz studierte Mathematik und Physik an der Universität Leiden. Nach dem Studium wurde er Mathematiklehrer und arbeitete an seiner Dissertation. Schon sechs Jahre, nachdem er Leiden verlassen hatte, wurde er im Alter von 25 Jahren dorthin als Professor für Mathematische Physik berufen.

Lorentz' Hauptinteresse lag im Elektromagnetismus und in der Theorie des Lichts. Dies führte ihn zur Entwicklung einer mathematischen Theorie des Elektrons, dessen Existenz erst später, um die Jahrhundertwende, nachgewiesen wurde. Dafür erhielt er 1902 den Nobelpreis.

Schon vor Einstein arbeitete Lorentz an der Entwicklung des Relativitätsprinzips, allerdings im Zusammenhang mit der Äthertheorie, die von Einstein abgelehnt wurde. Dafür stellte Lorentz 1904 ein System von Transformationsgleichungen auf, die den Massenzuwachs, die Längenkontraktion und die Zeitdilatation bei zunehmender Geschwindigkeit eines Objekts beschreiben; diese Gleichungen wurden später nach ihm als Lorentz-Transformation benannt. In der 1905 publizierten Speziellen Relativitätstheorie verwendete Einstein Begriffe und mathematische Grundlagen aus Lorentz' Vorarbeiten zum Relativitätsprinzip; die Lorentz-Transformation war dabei der wichtigste Baustein.

Lorentz und Einstein

Tuvalu 2005   Michel 1233   Scott 980


1908 hielt Hendrik Lorentz einen Plenarvortrag (physikalischen Inhalts) auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Rom.

Außer der Lorentz-Transformation kennt man in der Mathematik u.a. auch die Lorentz-Gruppe, den Lorentz-Tensor, die Lorentz-Verteilung (= Cauchy-Verteilung)  -  alle vier in MathWorld vertreten  -  sowie die Lorentz-Mannigfaltigkeit und die Lorentz-Metrik.

Die Würdigung der mathematischen Leistungen von Hendrik Lorentz zeigt sich auch in der Aufnahme seiner Biographie in das MacTutor History of Mathematics archive.


Publiziert 2017-08-13          Stand 2016-08-21


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