Entdeckung eines Rings um den Zwergplaneten Haumea

Ring um Zwergplanet in internationaler Zusammenarbeit entdeckt
Publikation in Nature am 12. Okt. 2017





Künstlerische Darstellung des Zwergplaneten Haumea mit seinem neuentdeckten Ring auf Grundlage der publizierten Messergebnisse in Nature.
Credit: Instituto de Astrofísica de Andalucía (IAA-CSIC)


Die Sternwarte der Astronomie Stiftung Trebur ist im Verbund mit Wissenschaftlern von Observatorien in ganz Europa an der Entdeckung eines Ringes beteiligt, der den Zwergplanet Haumea umrundet. Diese Entdeckung wurde am 12. Okt. 2017 in der renommierten Zeitschrift Nature bekanntgegeben. Sie eröffnet den Wissenschaftlern ganz neue Sichtweisen in Regionen unseres Sonnensystems jenseits der Bahn des Planeten Neptun.

Zusammen mit Wissenschaftlern internationaler Institute nahm Johannes Ohlert von der Astronomie Stiftung Trebur am 21.01.2017 an einer Beobachtungskampagne teil. Mit dem 1-Meter-Teleskop der Astronomie Stiftung Trebur führte er photometrische Messungen durch, als der Zwergplanet Haumea auf seiner Bahn um die Sonne am nächtlichen Himmel einen Stern bedeckte. Aus den gewonnenen Lichtkurven der über Europa verteilten Observatorien ermittelten die Forscher die Grösse und Form sowie die Dichte des Zwergplaneten. Zur Überraschung der Forscher zeigten die Messdaten die Existenz eines Ringes um Haumea auf. Erstmals konnte somit ein Ring um einen Zwergplaneten nachgewiesen werden.

Von den vier bekannten Zwergplaneten unseres Sonnensystems, die die Sonne in einem größeren mittleren Abstand als Neptun umrunden, ist Haumea ein ungewöhnlicher, sehr langgestreckter und schnell rotierender Himmelskörper. Im Gegensatz zu den anderen Zwergplaneten waren seine Größe, seine Gestalt und Dichte nur ungefähr bekannt. Durch die koordinierten Messungen der Forscher konnten diese Größen genau vermessen werden. Sie fanden auch heraus, dass Haumeas Ring genauso in der Äquatorebene des Zwergplaneten liegt wie die Bahn seines äußeren Mondes, Hi'iaka. Der Ring hat einen Radius von etwa 2287 Kilometer und eine Breite von 70 Kilometer.

Die Astronomie Stiftung Trebur betreibt eines der größten Teleskop in Deutschland. Das Treburer - 1 Meter – Teleskop wird sowohl für wissenschaftliche Arbeiten als auch für Führungen von Besuchern eingesetzt. Es ist eines der größten öffentlich zugänglichen Teleskope in Europa, mit dem jeder mit eigenen Augen die Himmelsobjekte beobachten kann. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Astrophysik und Astronomie zu fördern und der Öffentlichkeit den Zugang zur Astronomie zu ermöglichen.


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